Bundeswahlkreis Weilheim (1949-1978)
Für die erste Bundestagswahl 1949 kandidierte Franz Josef Strauß als Direktkandidat im Bundeswahlkreis Weilheim. Das Gebiet des Wahlkreises erstreckte sich auf die Landkreise Weilheim, Bad Tölz, Garmisch-Partenkirchen und den damaligen Landkreis Schongau. Das Direktmandat wurde von ihm bis zu seinem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag am 19. November 1978 behauptet.
Unterschiede zur Wahlkreisarbeit anderer Abgeordneter des Deutschen Bundestages bestanden kaum. Neben der parlamentarischen Tätigkeit war er vor allem mit Anliegen einzelner Personen, mittelständischer Unternehmen oder kommunaler Einrichtungen des Wahlkreises befasst, die entweder schriftlich oder im Rahmen von Sprechtagen an ihn herangetragen wurden. Die Themengebiete reichten von persönlichen Anliegen über kommunalpolitische Fragen bis zur Auswirkung von struktur- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen. Dazu kamen besonders in Wahlkampfzeiten Kundgebungen und Versammlungen. Obwohl die Übernahme von Funktionen als Mitglied der Bundesregierung oder als CSU-Parteivorsitzender zusehends die Arbeit im Wahlkreis überlagerte, widmete er sich im Rahmen seiner Möglichkeiten den Sorgen und Nöten seines Wahlkreises.
Als Anlaufstellen fungierten neben dem Wahlkreisbüro in Schongau bzw. Weilheim, sein Abgeordnetenbüro im Bundeshaus in Bonn und das Büro des Parteivorsitzenden in der CSU-Landesleitung in München. Auch nach der Wahl zum Bayerischen Ministerpräsidenten pflegte er vielfältige Kontakte in seinen ehemaligen Wahlkreis und verfolgte mit Interesse dessen weitere Entwicklung. So bestimmten ihn die Wahlkreisdelegierten anlässlich der Bundestagswahlen 1980 und 1983 als ihren Direktkandidaten. Da er seine errungenen Mandate nicht wahrnahm, übernahm Michaela Geiger die Aufgabe, diesen Stimmkreis im Deutschen Bundestag zu vertreten. Sie folgte Franz Josef Strauß dann bei der Bundestagswahl 1987 als Direktkandidatin nach, während er selbst auf der CSU-Landesliste kandidierte.