Signatur: ACSP, Pl S 3660

Plakat anlässlich der Landtagswahl in Bayern 1970

Redner

Der außergewöhnliche Stil des Redetalents von Franz Josef Strauß war Gegenstand von theoretischen und wissenschaftlichen Untersuchungen. Es hatte und hat bis heute einen prägenden Einfluss auf sein Bild in der Öffentlichkeit. Besonders faszinierten seine Zuhörerschaft die Fähigkeit in großen räumlichen und zeitlichen Zusammenhängen zu denken und diese Gedanken präzise, analytisch und mit kontrollierter Schärfe vorzutragen. Dabei ging er bei seinen Auftritten individuell auf sein jeweiliges Publikum, auf den Ort und die politische Situation ein und bemühte sich gleichermaßen um intellektuelle Stimmigkeit und emotionale Treffsicherheit. Die für ihn typische Mischung aus Faktenwissen und Unterhaltungswert zeigt sich besonders deutlich bei den legendären Auftritten des Politischen Aschermittwoch zunächst in Vilshofen und seit 1975 in Passau. Verkürzte Wiedergaben solcher Reden oder aus dem Zusammenhang gerissene Zitate lieferten dem politischen Gegner freilich ausreichend Material, um ihn immer wieder zu skandalisieren. Das bekannteste Beispiel hierfür ist die "Sonthofener Rede " vom November 1974.

 

Als Bühne seiner rhetorischen Fähigkeiten dienten Franz Josef Strauß dabei nicht nur große Massenveranstaltungen wie etwa Parteitage und Wahlkundgebungen, sondern auch der kleinere Rahmen, interne Sitzungen oder nationale und internationale Veranstaltungen, Kongresse und Symposien. Besondere Aufmerksamkeit genossen auch seine Auftritte als Redner im Deutschen Bundestag oder seit 1978 im Bayerischen Landtag. So wurden die wichtigsten Reden als Bundestagsabgeordneter und Bundesminister in mehreren Bänden veröffentlicht und in Ausschnitten, zum Teil sogar über Tonträger, verbreitet.

 

Die folgenden Tondokumente aus den Jahren 1952 bis 1988 vermitteln in Ausschnitten einige Facetten des von Franz Josef Strauß gepflegten Redestils über den er ausführlich in seinen "Erinnerungen" reflektiert.