CSU und Bayernpartei
1948 - 1959
Die Aufbauphase der CSU war geprägt durch unterschiedliche Vorstellungen
über die Ausrichtung der Partei, durch die im Zusammenhang mit der
Währungsreform entstandenen organisatorischen und finanziellen Probleme sowie durch die erst 1948 zugelassene Bayernpartei (BP).
Plakate der CSU und der Bayernpartei anlässlich der Bundestagswahl 1949
Ihre Anfänge lagen im November 1945, als sich in Stadt und Landkreis
München eine "Demokratische Union" formierte, die sich ihrerseits auf Vorläufer wie die
Bayerische Arbeiter- und Mittelstandspartei und die
Mittelstands- und Bauernpartei berief.
Nachdem sich die Partei am 23. April 1946 in Bayerische Demokratische
Union umbenannt hatte, erfolgte am 28. Oktober 1946 eine weitere Umbenennung in
Bayernpartei. Als Vorsitzender fungierte der Kriminalbeamte und spätere bayerische
Landtagsabgeordnete Max Lallinger.
Für die CSU entwickelte sich die Bayernpartei immer mehr zu einer bedrohlichen Konkurrenz,
zumal sie die gleichen Wählerschichten ansprach. Durch Parteiwechsel wie etwa den
Josef Baumgartners 1948 profitierte sie von der inneren Krise der CSU und stieg
zeitweise zur dritten politischen Kraft in Bayern auf. Dies zeigte sich sowohl bei den
Bundestags- und Landtagswahlen der Jahre 1949 und 1950 wie auch in der
Regierungsbeteiligung während der Viererkoalition in Bayern 1954-1957 unter
Ministerpräsident Wilhelm Hoegner.
Die Auseinadersetzungen zwischen den beiden Parteien wurden erbittert geführt,
wobei man in der Wahl der Mittel auf beiden Seiten nicht zimperlich war.
Sie reichten von Absprachen im Wahlkampf im Rahmen von Listenverbindungen
bis zu gegenseitigen persönlichen Verunglimpfungen von Kandidaten und Funktionsträgern.