Bundestagswahl 1980
Die Frage des gemeinsamen Kandidaten der Unionsparteien CDU/CSU führte im Vorfeld
der Bundestagswahl 1980 zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Schwesterparteien.
Karikatur von Urs Rohner anlässlich der Bundestagswahl 1980
Vom Vorsitzenden der CDU, Helmut Kohl, wurde dabei der niedersächsische
Ministerpräsident Ernst Albrecht favorisiert,
während sich die CSU-Landesgruppe und die CSU für die Kandidatur ihres Parteivorsitzenden, des Bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß aussprachen. Diesen Vorschlag begründete man u.a. damit, dass Franz Josef Strauß 29 Jahre der gemeinsamen Fraktion angehört und nach der verlorenen Bundestagswahl 1976 im Vergleich zu Helmut Kohl, der zugleich der CDU/CSU-Bundestagsfraktion vorstand, gegenüber der sozialliberalen Regierung unter Helmut Schmidt ein schärferes Profil gezeigt habe. Nachdem Vermittlungsversuche auf verschiedenen Ebenen beider Parteien gescheitert waren, wählte die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag schließlich am
2. Juli 1979 mit 135 zu 102 Stimmen den Bayerischen Ministerpräsidenten zum gemeinsamen Kanzlerkandidaten der Union.