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Parteivorsitzender Josef Müller und Generalsekretär Franz Josef Strauß auf der CSU-Landesversammlung in Straubing 1949

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Mit Helmut Kohl bei einer gemeinsamen Sitzung der CDU/CSU nach der Bundestagswahl 1987

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Hanns Seidel nach seiner Wahl zum CSU Parteivorsitzenden 1955 in München

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Mit seiner Frau Marianne bei einer Wahlversammlung anlässlich der Bundestagswahl 1957

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Mit Andreas Khol (ÖVP) bei der Unterzeichnung der Gründungsurkunde der Europäischen Demokratischen Union (EDU) 1978 auf Schloss Kleßheim bei Salzburg

Parteipolitiker 1945 - 1988

 Die parteipolitische Laufbahn von Franz Josef Strauß begann 1945 in Schongau. Dort hatte er auch das Kriegsende erlebt und war kurzzeitig in amerikanische Kriegsgefangenschaft geraten. Neben Andreas Lang und Franz Xaver Bauer zählte Franz Josef Strauß zu den Gründern des CSU-Kreisverbandes späteren Ortsverbandes Schongau, wo er auch zeitweise die Position eines stellvertretenden Vorsitzenden ausübte.

Verbindungen zur CSU auf Landesebene bestanden seit Ende 1945. Ab 1946 gehörte Franz Josef Strauß der Landesvorstandschaft "als weiteres zu wählendes Mitglied" an. In die Zeit als Landesgeschäftsführer bzw. Generalsekretär der CSU, 1948 bis 1952, fielen auch die heftigen Richtungskämpfe innerhalb der CSU und die Auseinandersetzung mit der als bedrohliche Konkurrenz empfundenen Bayernpartei. Strauß gehörte, wie auch Hanns Seidel, zum liberalen Flügel der CSU, der das Konzept einer modernen überkonfessionellen Volkspartei vertrat und der von Josef Müller repräsentiert wurde.

Die im Juli 1952 erfolgte Wahl zum stellvertretenden Parteivorsitzenden der CSU, sein Kabinettsrang als Bundesminister für besondere Aufgaben und der Verzicht von Hans Ehard auf den Vorsitz in der CSU veranlassten Franz Josef Strauß, sich am 22. Januar 1955 auf der Landesversammlung der CSU in München zusammen mit dem Sprecher der CSU-Landtagsfraktion und Oppositionsführer Hanns Seidel um den Parteivorsitz zu bewerben. Strauß unterlag zwar bei dieser Kampfabstimmung mit 329 zu 380 Stimmen, übernahm aber sechs Jahre später diese Funktion von dem schwer erkrankten Hanns Seidel, der eine weitgehend reorganisierte und modernisierte Partei übergab.

 

Am 18. März 1961 wählten die Delegierten Franz Josef Strauß auf einem außerordentlichen Parteitag in München zu ihrem Parteivorsitzenden. Damit begann eine 27 Jahre währende Amtszeit als Parteivorsitzender, in der sich die unter seinen Vorgängern Hans Ehard und Hanns Seidel vorherrschende landespolitische Orientierung der Partei verstärkt auf bundespolitische Themen verlagerte. Während seiner Tätigkeit an der Spitze der Partei setzte Franz Josef Strauß mit der Unterstützung der Generalsekretäre Friedrich Zimmermann, Anton Jaumann, Max Streibl, Gerold Tandler, Edmund Stoiber, Otto Wiesheu und Erwin Huber den von Hanns Seidel begonnenen Umbau der CSU zur modernen Volkspartei erfolgreich fort. Obwohl in der öffentlichen Wahrnehmung die Aktivitäten des Bundespolitikers und Bayerischen Ministerpräsidenten die Arbeit des Parteivorsitzenden immer wieder in den Hintergrund drängten, konnte Franz Josef Strauß seine parteipolitischen Vorgaben umsetzen. Unter seiner Führung standen dabei der Anstoß programmatischer Diskussionen  sowie Modernisierungsinitiativen auf vielen Gebieten im Zentrum der Parteiarbeit.

Gleichzeitig gelang es, nach außen eine weitgehende Identifikation der CSU mit dem Freistaat Bayern

herzustellen.

 

Die Vorlage von Grundsatzprogrammen in den Jahren 1968 und 1976 schrieb die programmatische Diskussion innerhalb der Partei fort.

Äußerer Ausdruck der organisatorischen Konsolidierung der Landesleitung war der 1960 unter Generalsekretär Friedrich Zimmermann durchgeführte Umzug in einen modernen Verwaltungsbau an der Lazarettstraße in München. Nachdem jedoch die Räumlichkeiten den Ansprüchen einer effektiven Parteiarbeit bald nicht mehr genügten, wurde zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen unter Generalssekretär Edmund Stoiber ein neues Domizil in der Nymphenburger Straße bezogen, in dem sowohl die Landesleitung wie auch die Redaktion des Bayernkurier untergebracht werden konnten.

In der zweiten Hälfte der Amtszeit als Parteivorsitzender waren vor allem zwei Ereignisse eng mit der Person von Franz Josef Strauß verbunden: der Kreuther Beschluss 1976 und die Wahl zum gemeinsamen Kanzlerkandidaten der Union für die Bundestagswahl 1980. Daneben widmete sich Franz Josef Strauß auch der internationalen Zusammenarbeit konservativer Parteien in Europa. So war er als Mitglied des Rates der Europäischen Volkspartei (EVP) tätig und gehörte 1978 zu den Gründungsmitgliedern der Europäischen Demokratischen Union (EDU).