Wahl zum Vorsitzenden
Nach seinem ersten, vergeblichen Anlauf 1955 bewarb sich Franz Josef Strauß 1961 erneut um den Vorsitz der CSU.
Landesversammlung der CSU in München 1961
Sechs Jahre nach seiner Niederlage war die Ausgangssituation für eine Kandidatur
wesentlich günstiger als im Jahr 1955. Der Ausbruch neuer Flügelkämpfe, der die Aufbauphase der
Partei geprägt hatte,
war durch das umsichtige Handeln des
amtierenden
Parteivorsitzenden Hanns Seidel verhindert worden.
Der planmäßige Neuaufbau der maroden Parteiorganisation war weit gediehen,
der Umbau von der Honoratiorenpartei zur modernen Volkspartei in vollem Gange und mit
10,5 % (57,2 % in Bayern) bei den Bundestagswahlen 1957 das bis dahin beste Ergebnis
im Bund erreicht worden. Auf Grund seiner schweren Erkrankung und seines schlechten
Gesundheitszustandes entschloss sich Hanns Seidel, die Nachfolgefrage im Parteivorsitz
noch vor der Bundestagswahl 1961 zu regeln. Neben Franz Josef Strauß, den
Hanns
Seidel nun selbst als Nachfolger vorschlug und der als Mitglied des Bundeskabinetts
seit 1953 auf eine Reihe von Erfolgen verweisen konnte, wurden in der Öffentlichkeit
noch weitere Namen genannt. So spekulierte man neben möglichen Kandidaturen von
Rudolf Eberhard und Franz Heubl auch über eine Kandidatur von Fritz Schäffer.