Bundesminister der Finanzen
Nachdem Rücktritt von Bundeskanzler Ludwig Erhard bildeten CDU/CSU mit der SPD im November 1966 die Große
Koalition unter Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger.
Finanzminister Franz Josef Strauß mit Wirtschaftminister Karl Schiller auf einer Pressekonferenz 1968
Mit der Vereidigung von Franz Josef Strauß zum Bundesminister der Finanzen am 1. Dezember 1966 begann
ein neuer Stil der Finanzpolitik der Bundesrepublik Deutschland.
Als Vertreter der neokeynesianischen Wirtschaftssteuerung wendete er
erstmals die von der wissenschaftlichen Theorie entwickelten Methoden
einer antizyklischen, d.h. konjunkturgerechten Finanzpolitik, systematisch
in der Praxis an. Bei der Umsetzung seines Ziels, die Bundesfinanzen langfristig
zu konsolidieren, fand Franz Josef Strauß in seinem sozialdemokratischen
Ministerkollegen im Wirtschaftsministerium, Professor Karl Schiller,
einen hervorragenden Partner. Um dieses Ziel zu erreichen, nahm man im
Bereich der konsumptiven Ausgaben Kürzungen vor und verlieh der Wirtschaft
durch Umschichtungen in den investiven Bereich neue Wachstumsimpulse.
Internationale Beachtung fanden die von Franz Josef Strauß eingeleiteten Maßnahmen
u.a. gegen eine Aufwertung der DM.