Wirtschaftsrat der Bizone
Aus wirtschaftlichen Gründen beschlossen die britische und amerikanische
Besatzungsmacht im Dezember 1946, ihre beiden Zonen zu einem gemeinsamen Wirtschaftsgebiet,
der Bizone, zu vereinigen.
Franz Josef Strauß (zweiter
von Links in der dritten Reihe) während einer Sitzung des Wirtschaftsrats
der Bizone
Im Damit wurde auch vor dem Hintergrund einer möglichen späteren Staatsgründung
die Wirtschaftsverwaltung beider Zonen in deutsche Hände gelegt.
Der Wirtschaftsrat, als Volksvertretung mit eingeschränkten Rechten gebildet,
konstituierte sich am 25. Juni 1947 in Frankfurt und hielt seine letzte Vollversammlung
am 8. August 1949 ab. Entsprechend ihrer Zusammensetzung nach dem Parteienproporz
entsandten die acht Landtage der Bizone 52 Abgeordnete in dieses Gremium. Die
Zahl der bayerischen Vertreter betrug zunächst zwölf Abgeordnete. Bei
der Reform des Wirtschaftsrats Anfang 1948 erfolgte eine Erhöhung der
Abgeordnetenzahl auf
104 Mitglieder. Zu den nun 24 Vertretern aus Bayern gehörten seit dem
24. Februar 1948 als jüngster Abgeordneter Franz Josef Strauß sowie
sein späterer Schwiegervater
Max
Zwicknagl.
Zwar trug der Wirtschaftsrat als wichtigstes Organ der Bizonen-Einrichtungen
parlamentarische Züge, beschränkte sich jedoch im Wesentlichen auf ökonomische
Fragen. Schon bald entwickelte er sich zu einer über Länder- und Zonengrenzen
hinausreichenden Plattform für die in den Westzonen zugelassenen Parteien.