Max Zwicknagl (1900 - 1969)
Geboren wurde Max Zwicknagl am 6. Juli 1900 in Rott am Inn als Sohn des Landgerichtsarztes
Obermedizinalrat Dr. Max Zwicknagl und dessen Ehefrau Anna. Deren Vater, Georg
Kaiser, war Besitzer der Brauerei und des Gutshofs in Rott.
Portrait Max Zwicknagl
1948; Ansicht der Brauerei und des Gutshofs der Familie Zwicknagl: Kaiserbräu Rott am Inn um 1900
Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums in Kloster Ettal studierte
Max Zwicknagl in München und Würzburg Nationalökonomie. Das Studium
schloss er 1924 mit der Promotion ab und trat im September des gleichen Jahres
die Stelle eines zweiten Syndikus des Wirtschaftsbeirates
der
Bayerischen Volkspartei
an. Von 1926 bis 1927 wirkte er als Geschäftsführer
der Deutsch-österreichischen Handelskammer in Wien. Im Jahr 1928 erfolgte
die Übernahme des großelterlichen Anwesens in Rott und die Heirat
mit Ilse Klöckner aus Hamburg. Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor:
Marianne (geb. 1930), Brigitte (geb. 1931) und Renate (geb. 1944). Bei
Kriegsausbruch wurde er zur Wehrmacht eingezogen, jedoch im Mai 1940
UK-gestellt. Im Jahr
1944 wurde Max Zwicknagl zwangsweise dem Volkssturm zugeteilt und erlebte
das Kriegsende als Unteroffizier bei der Kraftfahrerersatzabteilung im
Markt Grafing.
Max Zwicknagl war Mitglied der Bayerischen Volkspartei und wegen seiner ablehnenden
Haltung gegenüber der NSDAP in den dreißiger Jahren verschiedenen
Anfeindungen und Schikanen ausgesetzt. 1937 wurde er wegen „Sabotage
des Vierjahres-Planes“ sogar inhaftiert, während zur selben Zeit
sein Brauereigutshof mit Mälzerei durch einen Brandanschlag zerstört
wurde. Nach dem Krieg schloss sich Max Zwicknagl der CSU an. Er war Gründungsmitglied
der Partei in Wasserburg und seit 1946 Vorsitzender der CSU-Kreistagsfraktion.