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Tondokument: Bundestagsdebatte über deutschlandpolitische Auswirkungen des EVG-Vertrages vom 4. Dezember 1952

Deutschlandpolitik

Die Beschäftigung mit Fragen der Deutschlandpolitik und der damit verbundenen Deutschen Einheit setzte bei Franz Josef Strauß schon zu Beginn seiner politischen Tätigkeit ein und bildete bis zu seinem Tod als Bayerischer Ministerpräsident einen bestimmenden Faktor seiner Politik.
Franz Josef Strauß an der Berliner Sektorengrenze 1964; englische Erstausgabe seines Buchs 'The grand design' 1965
Besuch von Franz Josef Strauß an der Berliner Sektorengrenze 1964; Schutzumschlag der englischen Erstausgabe des Buches von Franz Josef Strauß "The grand design" 1965
Unter Federführung des damaligen CSU-Generalsekretärs Franz Josef Strauß erschien im Jahr 1949 eine 16seitige Broschüre mit dem Titel "Unser Nein zu Bonn - Unser Ja zu Deutschland". Darin wurde die auf die unzureichende
Berücksichtigung des föderativen Staatsaufbaus beruhende Ablehnung des Grundgesetzes erläutert und gleichzeitig das Bekenntnis zu einem neuen deutschen Bundesstaat bekräftigt. Mit der parlamentarischen Diskussion um den Deutschland- und EVG-Vertrag am 7. Februar und 10. Juli 1952 äußerte sich Franz Josef Strauß erneut zu deutschlandpolitischen Fragen und festigte damit zugleich seinen Ruf als brillanter Debattenredner im Deutschen Bundestag. In seinem Redebeitrag vom 10. Juli 1952 deuteten sich bereits jene Überlegungen an, die dann in den Jahren 1965/66 bzw. 1968/69 in zwei Publikationen "The grand design: a european solution to german reunification" und "Herausforderung und Antwort: ein Programm für Europa" Gestalt annahmen. Dabei sah er die langfristige Lösung der Deutschen Frage und letztlich die Wiedervereinigung Deutschlands nur im Rahmen einer Europäisierung und im Zusammenhang mit geo- und sicherheitspolitischen Überlegungen.

Die "neue Ostpolitik" der seit 1969 regierenden sozialliberalen Koalition (Schlagwort des "Wandels durch Annährung") gefährdete für Franz Josef Strauß die westdeutschen Verhandlungspositionen durch einseitige Vorleistungen. Deshalb forderte er eindringlich ein Festhalten an dem Anspruch auf Recht und Freiheit für alle Angehörigen der Deutschen Nation verbunden mit dem Selbstbestimmungsrecht.

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Augen von Franz Josef Strauss