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Tondokument: Dialog mit Otto Graf Lambsdorff während der Sitzung des Deutschen Bundestages am 24. Mai 1977

Finanzpolitik

In der strategisch-politischen Konzeption von Franz Josef Strauß spielte neben sicherheitspolitischen Aspekten u.a. im Bezug auf die starke Einbindung der Bundesrepublik in die westliche Allianz als zweite Säule die Frage einer starken Wirtschaft als Zeichen machtpolitischer Positionen eine bedeutende Rolle.
Franz Josef Strauß, Hans Herrmann und Hermann Höcherl; Strauß auf der Währungskonferenz in Brüssel 1966
Franz Josef Strauß, Regensburgs OB Hans Herrmann und der Bundestagsabgeordnete Hermann Höcherl während einer Veranstaltung der Vereinigung der Arbeitgeberverbände in Bayern, Bezirksgruppe Regensburg, 1956; Bundesfinanzminister Strauß auf der Währungskonferenz in Brüssel 1966
Geprägt waren diese Überlegungen einmal durch die Begegnungen mit dem Nationalökonomen Adolf Weber, dessen Vorlesungen Franz Josef Strauß als Student in München belegt hatte, sowie mit
Ludwig Erhard und Alfred Müller-Armack, deren Konzeption einer Sozialen Marktwirtschaft als Gegenmodell zu einer staatlichen Zwangsbewirtschaftung und zentralistischen Lenkung er als Abgeordneter des Wirtschaftsrats der Bizone kennen gelernt hatte und für deren Durchsetzung er sich vehement einsetzte. Einen gewissen Einfluss übte auch die in den sechziger Jahren bestehende Bekanntschaft mit dem Volkswirtschaftler Clemens-August Andreae aus, der ihn bewog, sich nach seinem Rücktritt als Bundesverteidigungsminister an den Universitäten München und Innsbruck für die Fächer Betriebs- und Staatswissenschaften zu immatrikulieren.

Seine auf dem Gebiet der Wirtschafts- und Finanzpolitik erworbenen theoretischen Kenntnisse konnte er mit der Berufung als Bundesfinanzminister in der Großen Koalition 1966 bis 1969 auch praktisch anwenden. Die hier erstmals vorgenommene systematische Umsetzung der von der wissenschaftlichen Theorie entwickelten Methoden einer antizyklischen Finanzpolitik, d.h. der Dämpfung bzw. Ausschaltung konjunkturelle Schwankungen einer Volkswirtschaft, fand ihren Niederschlag im Stabilitäts- und Wachstumsgesetz (StWG) des Jahres 1967, und leitete damit einen neuen Stil in der Finanzpolitik der Bundesrepublik Deutschland ein.
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Augen von Franz Josef Strauss