Sicherheitspolitik
Wie kein anderer Politiker prägte Franz Josef Strauß das
sicherheitspolitische Profil der CSU.
Franz Josef Strauß im Gespräch mit Karl-Theodor Freiherr von Guttenberg; mit dem Vorsitzenden des
Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages Fritz Erler (SPD) bei General Lauris Norstad 1961
Die CSU hielt die Klärung der Frage der Sicherheit Deutschlands im
Geflecht der internationalen Beziehungen für eine unersetzliche
Voraussetzung für alle weiteren Ziele der deutschen Außenpolitik und setzte
konsequenterweise
die
Sicherheitspolitik an die erste Stelle ihres außenpolitischen Prioritätenkataloges.
Das Streben nach "Sicherheit" verstand man dabei nicht als abstrakte Norm, der im
nationalen Alleingang zu entsprechen sei, sondern als konkrete
Handlungsorientierung im Rahmen einer das atlantische Bündnis und die europäische
Einigung gleichermaßen einzubindenden Strategie.
In der während der Regierungszeit Ludwig Erhards mit zunehmender
Schärfe geführten
Strategiediskussion argumentierten die "Atlantiker"
wie Ludwig Erhard, Gerhard Schröder und Kai-Uwe von Hassel, dass das Verantwortungsbewusstsein
der USA gegenüber den Europäern geringer werde, falls diese selbst nach
größerer militärischer Selbstständigkeit strebten. Demgegenüber forderten die
"Gaullisten" als Verfechter einer die europäisch-französische Dimension
stärker berücksichtigenden Variante, unter ihnen Konrad Adenauer,
Karl Theodor von und zu Guttenberg und Franz Josef Strauß, gezielte Anstrengungen
auf seiten der Kontinentaleuropäer zur Aufrechterhaltung der eigenen Sicherheit.