Signatur: ACSP, NL Strauß Obj 3

Collage anlässlich der Kanzlerkandidatur 1979

Titelblatt des Ausstellungskatalogs der Hanns-Seidel-Stiftung anlässlich des 20. Todestages von Franz Josef Strauß 2008

Titelblatt des Ausstellungskatalogs der Hanns-Seidel-Stiftung anlässlich des 20. Todestages von Franz Josef Strauß 2008

Erinnerung

Der plötzliche Tod von Franz Josef Strauß am 3. Oktober 1988 wurde sowohl von Anhängern wie von politischen Gegnern zum Anlass genommen, seiner Persönlichkeit und seines politisches Lebenswerks zu gedenken. Die Nachrufe, die unmittelbar nach seinem Tod erschienen, setzten sich mit einzelnen Stationen seines politischen Lebens und mit seiner Wirkung in der Öffentlichkeit auseinander. Seine 27-jährige Amtszeit als Parteivorsitzender, die Tätigkeiten als Bundespolitiker und als Bundesminister sowie die zehnjährige Amtszeit als Bayerischer Ministerpräsidenten wurden ebenso angesprochen wie die Polarisierung der Öffentlichkeit in Anhänger und Gegner, sein großes internationales Ansehen und schließlich sein Rednertalent und die für ihn typischen Zuspitzungen und Kommentare. Übereinstimmend würdigte man seine Rolle in der 40-jährigen Geschichte der Bundesrepublik.

 

In den letzten beiden Jahrzehnten blieb die Erinnerung an ihn erstaunlich lebendig. Beispiele hierfür sind der 1996 geschaffene Franz Josef Strauß-Preis der Hanns-Seidel-Stiftung sowie Namensgebungen von Gebäuden und Straßen. Auf unerwartet große Resonanz in den Medien und in der Öffentlichkeit stieß sein 20. Todestag im Jahr 2008. Fernsehdokumentationen, mehrwöchige Artikelserien in Tageszeitungen, verschiedene Veranstaltungen in München und Berlin, ein wissenschaftliches Symposium und eine Wanderausstellung riefen seine Person und seine Politik in Erinnerung. In Büchern und  Biographien schilderten politische Weggefährten , ihre Erlebnisse stellten Historiker oder Politiker die Persönlichkeit oder einzelne Aspekte dar.

 

In jüngster Zeit belebten Kabarettisten und Karikaturisten die Erinnerung an Franz Josef Strauß in der Öffentlichkeit. Ausgehend von den zu seinen Lebzeiten typischen ironischen Anmerkungen und Kommentaren zu Fragen der Tagespolitik, schufen sie mit posthumen Auftritten in kabarettistischen Fernsehsendungen, Veranstaltungen oder als Fernsehcomic ein Forum, das aktuell auf politische Ereignisse einging. Auch Journalisten beteiligten sich in gleicher Weise, indem sie sich rückblickend mit seiner Person auseinandersetzten oder in Artikeln den Bezug zu Aktivitäten seiner Nachfolger herstellten. Über zwanzig Jahre nach seinem Tod zeigt damit Franz Josef Strauß erneut Präsenz im politischen Geschehen, ein einmaliger Vorgang im Umgang mit verstorbenen Politikern in Deutschland.