Print logo

Wahl zum CSU-Vorsitzenden

Am 18. März 1961 wählten die Delegierten auf einem außerordentlichen Parteitag in München Franz Josef Strauß mit 94,8 % zum Nachfolger von Hanns Seidel. In den folgenden 27 Jahren seiner Amtszeit als Parteivorsitzender bis zu seinem Tod 1988 wurde Franz Josef Strauß stets mit Ergebnissen von über 90­­­­­­­ % der Stimmen in seinem Amt bestätigt. So unterstützten im Jahr 1979 die Delegierten den gemeinsamen Kanzlerkandidaten der Union mit 99 % Stimmen. Lediglich in den Jahren 1963 erhielt Strauß anlässlich der Spiegel-Affäre nur 86,8 % der Stimmen und 1983 brachten die Delegierten vor dem Hintergrund des Milliardenkredits an die DDR und nach zahlreichen Parteiaustritten mit 77 % ihre Unzufriedenheit und ihren Protest dem Vorsitzenden gegenüber zum Ausdruck.

Als Vorsitzender baute Franz Josef Strauß die CSU zu einer mitgliederstarken Landespartei mit eigenständiger politischer Zielsetzung auf und bündelte ganz im Sinne seiner Vorgänger bayerische Regionalinteressen und bundesweiten Mitgestaltungswillen in seiner Person.

In seinen postum erschienen Memoiren beschrieb er dies mit folgenden Worten:

"Die einmalige Stellung der CSU, begründet in der bayerischen Geschichte und der bayerischen Tradition, ruht, politisch gesehen, auf drei Säulen. Für deren Stabilität und Tragfähigkeit kämpfe und arbeite ich zeit meines Parteilebens. Erste Säule - Zusammenführung aller politischen Kräfte, die zusammengehören. Deshalb hielt ich die Bayernpartei von Anfang an für überflüssig, sowie ich konservative Splittergruppen heute für überflüssig halte. Hierher gehört meine oft wiederholte Aussage und beschwörende Mahnung, dass es rechts von uns keine demokratisch legitimierte Partei geben darf. Zweite Säule - Entklerikalisierung und Liberalisierung der Partei. Dritte Säule - Identifizierung der CSU mit Bayern."

(Strauß, Franz Josef. Erinnerungen S. 530)

Rede anlässlich der Wahl zum Parteivorsitzenden in München 1961
(MP3 2 MB)