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Außenpolitik

Als Außenpolitiker stand Franz Josef Strauß in der Tradition des "Politischen Realismus". Wie dessen berühmtester Vertreter Henry Kissinger, der erste Preisträger des 1996 geschaffenen "Franz Josef Strauß-Preises" der Hanns-Seidel-Stiftung, zog auch er eine an praktischen Konsequenzen ausgerichtete Politik der Verantwortung einer an abstrakten Werten orientierten dogmatischen Prinzipienpolitik vor. Diese Haltung spiegelte sich dabei nicht nur auf dem Gebiet der Außenpolitik wider, sondern bestimmte ebenfalls seine Handlungsweisen auf den Feldern der 
Europa-, Sicherheits- und Deutschlandpolitik.

Gemäß dem Wort Wilhelm Diltheys, wonach der Mensch lediglich aus der Geschichte erfahre, was er sei, bezog der umfassend gebildete Altphilologe und Historiker Strauß seine Daseinsorientierung aus der Analyse der Geschichte der Politik und der internationalen Beziehungen. Daneben diente Strauß die Orientierung an den Erfahrungen der Geschichte auch als Mittel zur Relativierung der tagespolitischen, die wahren und langfristig wirkenden Kräfte verschleiernden Agenden. Dieses Denken formulierte Franz Josef Strauß u.a. 1980 in dem Buch "Gebote der Freiheit" und 1984 anlässlich einer gemeinsamen Veranstaltung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München und der Verlagsgruppe Bertelsmann zum Thema "Reden über das eigne Land: Deutschland".

Der außenpolitische Realismus und das strategische Denken von Franz Josef Strauß, der zeitlebens ein scharfer Kritiker der kommunistischen Welt, ein überzeugter Europäer und unerschütterlicher Transatlantiker war, lässt sich anhand verschiedener Beispiele darlegen. Besonders deutlich wird dieser realistisch-strategische Ansatz im Zusammenhang mit der Chinapolitik seit 1975. Henry Kissinger forderte eine analytische Berücksichtigung der realen Kräfte der internationalen Politik anstelle des Wünschbaren als Voraussetzung rationalen Entscheidungshandelns. Auch Franz Josef Strauß plädierte für eine pragmatische Außenpolitik auf realistischer und damit machtmäßiger und nicht nur vertragsmäßiger Basis. Seine schon in frühen Jahren gepflegten persönlichen Kontakte zu ausländischen Politikern und Staatsmännern ermöglichten einen intensiven Gedankenaustausch und erleichterten Vermittlungsversuche im Nahen Osten oder im südlichen Afrika. Trotz unterschiedlicher ideologischer Standpunkte kamen so Begegnungen mit Führern des Ostblocks zustande, wobei die Unterredung mit dem Generalsekretär der KPdSU Michail Gorbatschow im Dezember 1987 in Moskau sicherlich eine der spektakulärsten Begegnungen in der politischen Laufbahn von Franz Josef Strauß darstellte.

 

 

Persönlicher Dank des libanesischen Präsidenten Amin Gemayel für Vermittlungsversuche im Libanon-Konflikt 1985

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Franz Josef Strauß mit Michail Gorbatschow 1987

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Mit Reagan, Thatcher, Gorbatschow, Deng Xiaoping und Papst Johannes Paul II.

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Treffen mit US-Präsidentschaftskandidat und Vizepräsident George Bush 1988

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Diana Princess of Wales auf einer Reise durch Deutschland zu Besuch in München 1987

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