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Familie

Am 4. Juni 1957 heiratete Franz Josef Strauß Marianne Zwicknagl. Das Ehepaar Strauß bezog eine Wohnung im Anwesen der Familie Zwicknagl im Klosterkomplex von Rott am Inn. Parallel dazu stand ab Februar 1958 eine Dienstvilla am Venusberg in Bonn für den Bundesverteidigungsminister und seine Familie zur Verfügung. Am 24. Mai 1959 brachte Marianne Strauß in München den Sohn Max Josef zur Welt. Ihm folgten am 5. Mai 1961 ein weiterer Sohn, Franz Georg, und schließlich am 2. Juli 1962 die Tochter Monika. Der Rücktritt als Verteidigungsminister im Dezember 1962 bedeutete für die auf fünf Personen angewachsene junge Familie einen Wohnungswechsel. Während Franz Josef Strauß auf Grund seiner Verpflichtungen als Abgeordneter eine kleinere Wohnung in Bonn behielt, zog Marianne Strauß mit den drei Kindern am 1. April 1963 wieder von Bonn nach Rott am Inn, dem neuen Familienwohnsitz. Dort, im Anwesen der Schwiegereltern, verbrachten die Geschwister unbeschwert die frühen Jahre ihrer Kindheit, wobei der Kontakt zum Vater meist auf die Wochenenden beschränkt blieb. 
Terroristische Aktivitäten der Roten Armee Fraktion gegen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens Anfang der siebziger Jahre hatten auch Auswirkungen auf das Leben der Familie Strauß. Im Jahr 1969 wurde der Hauptwohnsitz von Rott am Inn nach München, in die obere Etage eines Hochhauses, verlegt. Nachdem in der unmittelbaren Umgebung des Wohnblocks eine konspirative Wohnung entdeckt worden war, erfolgte ein erneuter Wohnungswechsel innerhalb der Stadt.

Das in den Medien verbreitete Bild des in Anhänger und Gegner polarisierenden Politikers Franz Josef Strauß hatte in zunehmendem Maße auch Auswirkungen auf den privaten Bereich und ließ die Familie enger zusammenrücken. Öffentlich ausgetragene Auseinandersetzungen um politische Inhalte in den Zeiten der Großen Koalition oder Kampagnen gegen Franz Josef Strauß anlässlich der Wahlkämpfe von  1969 , 1972 und 1980 wechselten sich dabei mit Hintergrundberichten über das Privatleben der Familie ab. Sahen es Magazine wie der "Spiegel" oder Zeitungen wie "Die Zeit" als Aufgabe an, ihre Leserschaft möglichst kritisch über die Person Franz Josef Strauß und das persönliches Umfeld zu informieren, so veröffentlichten gleichzeitig Illustrierte wie die "Quick" oder Boulevardzeitungen ausführliche Bildberichte und Artikel über das Leben an seiner Seite oder berichteten in großer Aufmachung über familiäre Ereignisse wie Geburtstage, Hochzeiten und Taufen.

Darüber hinaus unterstützten Marianne Strauß und ihre Kinder Franz Josef Strauß bei öffentlichen Auftritten im Wahlkampf oder begleiteten ihn auf Reisen ins Ausland. Für Aufsehen sorgte beispielsweise eine in Begleitung seiner Frau und des ältesten Sohnes Max unternommene Reise in Länder des Ostblocks im Juli 1983, der die Vermittlung eines erfolgreichen Bankkredits an die DDR-Führung im gleichen Monat vorausgegangen war. Nach dem Tod von Marianne Strauß 1984 übernahm Tochter Monika, seit dem 16. Oktober 1982 verheiratete Hohlmeier, zunehmend Repräsentationspflichten an der Seite ihres Vaters, des Bayerischen Ministerpräsidenten.

Bundestagswahl 1969 "Geschlossen die Zukunft meistern" - Wahlspot der CSU

Familie Strauß in den 1960er Jahren in Rott am Inn

Winfried Rabanus; ACSP; ACSP, Rabanus Winfried 152-9-2