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Marianne Strauß

Franz Josef Strauß lernte seine spätere Frau, die Diplom-Volkswirtin Marianne Zwicknagl, auf dem Faschingsball der Münchner Kammerspiele am Rosenmontag 1957 näher kennen. Mit ihrem Vater Max Zwicknagl war Franz Josef Strauß zwar seit der gemeinsamen Zeit als Mitglied des Wirtschaftsrates in Frankfurt freundschaftlich verbunden, jedoch waren Kontakte zu dessen Tochter auf zwei flüchtige Begegnungen 1948 und 1953 beschränkt geblieben. 

Geboren wurde Marianne Strauß als älteste Tochter von Max und Ilse Zwicknagl, geb. Klöckner, am 21. April 1930 in München. Nach Besuchen der Oberschule in Wasserburg bzw. des Gymnasiums in Rosenheim legte sie 1948 am gleichen Gymnasium wie ihr späterer Mann, dem Maximiliansgymnasium in München, ihr Abitur ab. Im Anschluss daran folgte die Aufnahme eines Studiums der Volkswirtschaft an der Ludwig-Maximilians Universität München sowie parallel dazu der Besuch der Dolmetscherschule in München. Studienaufenthalte in Grenoble, Paris und London zwischen 1950 und 1952 dienten zum Erwerb von Sprachdiplomen in Englisch und Französisch. Nach München zurückgekehrt, setzte Marianne Strauß ihr Studium fort und konnte es 1955 als Diplom-Volkswirtin erfolgreich abschließen. Da ihr Vater Max Zwicknagl, mittlerweile als deutscher Konsul nach Innsbruck entsandt, keine Nebentätigkeit ausüben durfte, übernahm Marianne Strauß im folgenden Jahr die Geschäftsführung der elterlichen Brauerei in Rott am Inn, die unter dem Namen Kaiser-Bräu aus der ehemaligen Klosterbrauerei hervorgegangen war.

In Begleitung der künftigen Schwiegereltern reisten Verteidigungsminister Franz Josef Strauß und seine Verlobte zu Ostern 1957 nach Rom, wo sie von Papst Pius XII. empfangen wurden. Die für den 4. Juni des gleichen Jahres geplante Hochzeit in der Kirche St. Marinus in Rott am Inn wurde von einem Unglück überschattet, das den Verantwortungsbereich des Verteidigungsministers betraf. Bei der Überquerung der Iller waren am Vorabend der Hochzeit, dem 3. Juni, 15 junge Wehrpflichtige anlässlich einer Nachtübung der Bundeswehr ums Leben gekommen. Im Gedenken an die verunglückten Soldaten errichtete der Landkreis Kempten nördlich der bei Hirschdorf über die Iller führenden Brücke, dem Unglücksort, ein Denkmal, das am 11. August in Anwesenheit von Franz Josef Strauß eingeweiht wurde. Dennoch fand die Hochzeit, an der neben Verwandten und Freunden des Paares auch hochrangige Vertreter des politischen Lebens u.a. Bundeskanzler Konrad Adenauer, Bundesaußenminister Heinrich von Brentano und Bundesfinanzminister Fritz Schäffer teilnahmen, am nächsten Tag statt, wenn auch in einem den Umständen angepassten Rahmen.

Im Laufe der folgenden 27 Jahren gemeinsamer Ehe begleitete Marianne Strauß ihren Mann auf zahlreichen Auslandsreisen oder unterstützte ihn bei Wahlkampfeinsätzen. Einen gewissen Höhepunkt dieser Aktivitäten stellte der Bundestagswahlkampf 1980 dar, wo sie in eigenen Kundgebungen um Unterstützung für den Kanzlerkandidaten Franz Josef Strauß werben konnte.

Nach der Wahl von Franz Josef Strauß zum Bayerischen Ministerpräsidenten 1978 eröffnete sich für Marianne Strauß ein weiteres Betätigungsfeld. Als Gattin des Ministerpräsidenten engagierte sie sich vor allem im sozialen Bereich etwa bei der "Landesstiftung Mutter und Kind", der "Pfennigparade", der Caritas oder setzte sich gezielt für Senioren, Spastiker und Multiple Sklerose-Patienten ein. Ferner fanden von ihr ausgehende familienpolitische Impulse oftmals Eingang in die Politik von Franz Josef Strauß.

Am 22. Juni 1984 verunglückte Marianne Strauß bei einem Autounfall tödlich. Sie wurde anschließend in der Familiengruft in Rott am Inn beigesetzt. Die von ihr geleistete Arbeit fand in der von ihren Kindern Max Josef Strauß, Monika Hohlmeier und Franz Georg Strauß am  8. August 1984 gegründeten Marianne-Strauß-Stiftung eine würdige Anerkennung und Fortsetzung.

In den 1960er-Jahren in Rott am Inn

Winfried Rabanus; ACSP; ACSP, Rabanus Winfried 160-13-34

Marianne Strauß in den 1980er-Jahren

Winfried Rabanus; ACSP; ACSP, Rabanus Winfried 159-7-2

Marianne Strauß auf dem CSU-Parteitag 1968 in München

Josef A. Slominski; ACSP; ACSP, Ph Slominski 8-2-24

Mit Franz Josef Strauß auf dem Filmball im Bayerischen Hof 1974

Winfried Rabanus; ACSP; ACSP, Rabanus Winfried 16-6-24

Mit Helmut Kohl auf einer Wahlveranstaltung der CSU 1980

Winfried Rabanus; ACSP; ACSP, Rabanus Winfried 22-8-37