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Ausbildung

Schulzeit

Franz Josef Strauß wuchs zusammen mit seiner älteren Schwester Maria (* 9. September 1907, † 9. Oktober 1997) im Münchner Stadtteil Schwabing auf und wurde im Frühjahr 1922 in der Volkschule an der Amalienstraße eingeschult. Im Jahr 1926 wechselte er auf die Gisela-Realschule, das heutige Gisela-Gymnasium, über. Auf Empfehlung des Professors für Patristik und Kirchliche Kunst an der Ludwig-Maximilians-Universität, Dr. Johannes Zellinger, dem die Talente des Jungen für alte Sprachen aufgefallen waren, trat Franz Josef Strauß im Jahr 1927 in das renommierte Maximilians-Gymnasium über. Dort legte er am 5. April 1935 die Reifeprüfung als Jahrgangsbester ab. Am 28.Oktober erfolgte die Aufnahme in die Studienstiftung "Maximilianeum", wobei man sich unter anderem auch auf eine Beurteilung seines ehemaligen Klassleiters Dr. Friedrich Fischer stützen konnte. Das mit der Aufnahme verbundene Wohnrecht in der Studienstiftung nahm er jedoch zugunsten auswärtiger Stipendiaten nicht wahr, sondern blieb weiterhin bei seinen Eltern wohnen. 

Studium und Beruf

Im Oktober 1935 schrieb sich Franz Josef Strauß an der Ludwig-Maximilians-Universität für die Fächer Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaften, klassische Philologie, Geschichte und allgemeine Volkswirtschaftlehre ein. Er strebte das Staatsexamen für das höhere Lehramt an Gymnasien an. Auch Gedanken an eine spätere akademische Laufbahn wurden während des Studiums erwogen, jedoch verbrannte die bei dem Althistoriker Walter Otto unter dem Titel "Justins Epitome der Historiae Philippicae des Trogus Pompeius" begonnene Dissertation während eines Luftangriffs im Jahr 1944.Das Studium wurde durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs unterbrochen. Im März/April 1940 wurde er von seinem Truppenteil beurlaubt, um das Erste Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien in den Fächern Geschichte und klassische Philologie ablegen zu können. Zwischen November 1940 und April 1941 erfolgte eine erneute Beurlaubung, so dass Franz Josef Strauß als Studienreferendar am Theresiengymnasium im Fach Geschichte eine Lehrprobe zum Thema "Der schwedische Krieg 1630 - 1634" ablegen und das Studium am 1. April 1941 mit dem Zweiten Staatsexamen abschließen konnte. Nachdem er zwischenzeitlich auch als Assistent am Altphilologischen und am Althistorischen Seminar der Universität München tätig gewesen war, wurde er am 16. April 1941 erneut zum Militärdienst einberufen und nahm ab 22. Juni 1941 am Russlandfeldzug teil.

Nach dem Abschluss des Studiums schlug Franz Josef Strauß die Beamtenlaufbahn ein. So wurde er am 8. April 1942 mit Wirkung zum 1. Mai zum außerplanmäßigen Beamten ernannt. Am 20. April 1943 erfolgte dann die Ernennung zum Studienrat an der Oberschule für Jungen an der Damenstiftstraße in München.

Nach dem Ende des Krieges war Franz Josef Strauß parallel zu seiner Tätigkeit in Schongau auch als Ministerialbeamter tätig. Der mittlerweile zum Regierungsrat beförderte Franz Josef Strauß übte zwischen 1. Juni 1946 und 13. Januar 1948 eine Tätigkeit als Jugendreferent mit der Dienstbezeichnung "Oberregierungsrat im Bayerischen Kultusministerium" aus und wurde am 31. Januar 1948 zum Oberregierungsrat im Bayerischen Innenministerium befördert. Den Abschluss seiner Beamtenlaufbahn bildete dann am 9. März des gleichen Jahres die Berufung als Leiter des Bayerischen Landesjugendamtes. Ab diesem Zeitpunkt bestimmte die Politik die weitere Entwicklung. Trotzdem kam es in den frühen sechziger Jahren, nach seinem Rücktritt als Bundesverteidigungsminister im Zuge der Spiegelaffäre, zu Überlegungen, sich außerhalb der Politik ein neues Betätigungsfeld zu suchen. So griff Franz Josef Strauß die Idee einer akademischen Laufbahn im November 1963 erneut auf. Vom Wintersemester 1963/64 bis zum Wintersemester 1966/67 immatrikulierte er sich an den Universitäten in München und Innsbruck in den Fächern Betriebswirtschaft und Staatswissenschaften. Aufgrund der weiter bestehenden politischen Verpflichtungen in Bonn konnte er jedoch nur selten an Vorlesungen teilnehmen und gab diese Pläne nach dem Eintritt in das Kabinett Kiesinger 1966 endgültig auf.